FDP will Krankenhausbetten für Gelsenkirchen retten

Nach der Schließung des St. Josef-Hospitals in Horst soll die Kapazität den anderen Krankenhäusern zukommen. NRW will Rahmenplan verabschieden.

Die Entscheidung des Krankenhausträgers Katholische Kliniken Emscher-Lippe (KKEL), das St. Josef-Hospital in Horst im Laufe des Jahres zu schließen, ist in Gelsenkirchen auf breite Kritik gestoßen. Bürger und Patienten, Politik und Stadtverwaltung haben sich in den vergangenen Wochen für den Fortbestand des Krankenhauses, zumindest aber für den Erhalt eines Medizin-Standortes eingesetzt. Diese Kritik wird jetzt auch unterstützt durch die FDP.

 

Die Freidemokraten richten ihren Fokus dabei vor allem auf die rund 300 Krankenhausbetten, die durch die Schließung in der Stadt wegfallen. Dr. Dagwin Lauer, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP: „Falls das Haus nicht mehr als Klinik betrieben werden kann, muss zumindest die Bettenzahl in Gelsenkirchen verbleiben, damit die verbleibenden vier Krankenhäuser entsprechend disponieren können.“

 

Höchste Bettenauslastung in NRW

Der Wegfall von Krankenhausbetten in dieser Größenordnung wiege für Gelsenkirchen besonders schwer. Gelsenkirchen weise die „höchste Bettenauslastung in ganz NRW“ und auch „die höchste Krankenhausmorbidität“ aus. Damit sind Erkrankungen gemeint, die eine medizinische Behandlung in einem Krankenhaus notwendig machen. Nach der Entscheidung des Krankenhausträgers „muss jetzt gehandelt werden“, so Lauer.

In NRW stehe die Verabschiedung des Krankenhausrahmenplanes an, der, erarbeitet vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA NRW), dann die Planungsgrundlage des Landes für die kommenden zehn Jahre bildet. Dieser Aspekt sei bisher in den Gesprächen in der Gesundheitskonferenz und im Gesundheitsausschuss nicht berücksichtigt worden.

 

Auch ambulanter Bereich steht vor Veränderungen

Dr. Dagwin Lauer macht im Zusammenhang mit den Veränderungen in der stationären Versorgung auch auf Entwicklungen im ambulanten Bereich aufmerksam. „Der drohende Missstand in der ambulanten medizinischen Versorgung durch den altersbedingten Wegfall von der Hälfte aller Gelsenkirchener Arztpraxen in den nächsten zehn Jahren scheint nur bedauernd zur Kenntnis genommen zu werden und löst keine Aktivitäten seitens der Parteien und Verwaltung aus“, merkt Lauer an.

Er geht davon aus, dass in Gelsenkirchen in den kommenden zehn Jahren mehr als 200 Ärzte und Zahnärzte ihre ambulanten Praxen aufgeben werden. Mit den Arztpraxen gingen auch Mitarbeiter verloren.

 

Verlust von 1000 Arbeitsplätzen

Lauer rechnet vor: „Wenn jeder Arzt nur vier Mitarbeiter beschäftigt, dann reden wir über rund 1000 Arbeitsplätze, die in Gelsenkirchen mit ihrer Kaufkraft verloren gehen, von der medizinischen Versorgung der Bürger Gelsenkirchens ganz zu schweigen.“

 

 

 

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